Berghof (Berkowo)

Ehemaliger Landkreis: Lötzen – Heutiger Kreis (Powiat): Giżycko

‍Vorderfassade

Der Gründungszeitpunkt des einstigen Ritterguts Berghof, gelegen auf einer Anhöhe am Ufer des Dobbrin-Sees (1938-1945 Strudelsee; Jezioro Dobrzyń) ist unbekannt. Im Jahre 1564 verschrieb Herzog Albrecht von Preußen dem Freiherrn Wolf zu Heydeck das Erbamt Neuhoff, zu dem auch das Gut Berghof gehörte. 1818 war das Gut Teil der Domäne Neuhoff und wurde kurze Zeit später vom Staat veräußert. So gelangte das Anwesen wieder in Privathand. Ernst Samuel Balduhn, der das Gut im 19. Jahrhundert bewirtschaftete, vererbte es seiner Tochter Ida, die mit Carl Friedrich von Streng verheiratet war. Ihr einziger Sohn Carl (Karl) Friedrich von Streng, der von 1925 bis 1933 Bürgermeister von Rauschen war, übernahm nach dem Tode des Vaters das Gut. 1903 war dieses mit den Vorwerken Alexandrowken und Carlowen (Kreis Lyck) 890 Hektar groß, dazu gehörten eine Dampfbrennerei und Dampfmolkerei, eine Windmühle und es wurde eine Holländer Viehzucht betrieben. Carl verkaufte das Gut um 1918 und zog nach Rauschen. Neuer Eigentümer wurde ein C. B. Herbst, der Anfang der 1920er Jahre neben der Holländer Rindviehherde auch 52 Pferde, 30 Schafe und 150 Schweine hielt. 1932 befand sich das Landgut in den Händen von Margarete Meiser.

Zwischen dem Hof mit den Wirtschaftsgebäuden und dem in Seerichtung angelegten Park steht das einstige Gutshaus. Es wurde um 1900 eingeschossig auf L-förmigem Grundriss errichtet.

Breite Sattelgauben mit halbrunden Fenstern in den hohen Giebeln gliedern die Dachflächen der Hof- und Parkseite. An der südlichen Giebelwand befindet sich ein kleiner, seitlich versetzter Anbau, der ebenso mit einem Satteldach gedeckt ist wie die anderen Gebäudeteile. An der Parkseite befindet sich eine große lange Terrasse mit einer gemauerten Brüstung. Eine Treppe führt hinab zum Park, zu dem ein Teich gehört. Eine weitere Eingangstür befindet sich am nördlichen Gebäudeteil, der von dieser Seitenansicht den Eindruck eines weiteren Anbaus erweckt. Vom Wirtschaftshof führte einst eine Treppe mit schmiedeeisernem Geländer zum Haupteingang. Quaderputz und einfache Dekorelemente schmückten ursprünglich die Fassaden.

Das Haus wurde neu eingedeckt und erhielt moderne Fenster und Türen. Bei den Bauarbeiten änderte sich die Ansicht der Frontfassade. Die ursprünglich mittig gelegene Haupteingangstür wurde zugemauert. Anstelle zweier Fenster entstanden neue Eingangsbereiche. Weitere begonnene Sanierungsarbeiten blieben unvollendet.

Die noch erhalten gebliebenen, jedoch teilweise ruinösen Wirtschaftsgebäude vermitteln einen Eindruck von der Größe und Anordnung der großräumigen Hofanlage. So existiert noch das Brennereigebäude mit dem hohen Schornstein. Ein altes Gebäude, das einst als Scheune und Stall diente, beeindruckt durch seine Form und Höhe.

Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand ein staatlicher Landwirtschaftsbetrieb, der 1993 aufgelöst wurde. Dessen Verwaltung war im Gutshaus untergebracht. Der nachfolgende Eigentümer erhielt laut einer am Gutshaus angebrachten Tafel im Zeitraum von 2007 bis 2013 finanzielle Mittel aus einem Programm zur Entwicklung des ländlichen Raums, das in der gesamten Europäischen Union landwirtschaftliche Kleinstunternehmen unterstützen sollte.

Die Anlage steht verlassen, das einstige Gutshaus ist unbewohnt, der Hof wird nicht mehr landwirtschaftlich genutzt. (Stand 7/2026)


Letzter Besitzer vor 1945: Margarete Meiser


19 km nordwestlich von Lyck (Ełk)

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