Bodschwingken Mühle (Boćwiński Młyn)

Ehemaliger Landkreis: Goldap – Heutiger Kreis (Powiat): Gołdap

‍Vorderfassade

Mit der Verleihung von 100 Hufen nach Magdeburger Recht an Wilhelm Herand, dem Amtsschreiber von Ortelsburg, durch Herzog Albrecht von Preußen, begann im Jahre 1566 die Geschichte des einstigen Gutes Bodschwingken Mühle. Ursprünglich bestand das am Fluss Goldap gelegene Gut aus einem großen Hof und einer Wassermühle. Über die Eigentümer in den folgenden Jahrhunderten ist kaum etwas bekannt.

Ende des 19. Jahrhunderts erwarb Ludwig Borowski den Besitz. Die Familie ließ ein Sägewerk und 1916/17 Wohnhäuser für die Arbeiter errichten. In den folgenden Jahren betrieb Wilhelm Borowski die Wassermühle und das Sägewerk, züchtete Kaltblutpferde und stellte Getreide- und Düngemittel her.

Der Ort Bodschwingken wurde 1938 in HERANDSTAL umbenannt. Das 108 Hektar große Gut, das bis 1945 Eigentum der Borowskis war, erhielt ebenfalls einen neuen Namen – HERANDSTALER MÜHLE.

Ende des 19. Jahrhunderts wurde das langgestreckte Gutshaus errichtet. Den eingeschossigen Bau deckt ein hohes Mansarddach. Die Frontfassade wird durch zwei symmetrisch angeordnete, verglaste kleine Risalite gegliedert. Der rechte Risalit bildet den Eingangsbereich. Eine hölzerne Veranda ziert eine Giebelseite des Hauses.

1945 übernahm ein staatlicher Landwirtschaftsbetrieb Mühle und Sägewerk, welche den Zweiten Weltkrieg fast unbeschadet überstanden. Im ehemaligen Gutshaus richtete das Staatsgut Büros, die Kantine und Wohnungen ein.

Seit der Auflösung des Betriebes und dem Auszug der Bewohner verfällt das leerstehende Wohngebäude. Sowohl außen wie auch innen weist das Gebäude starke Zerstörungen auf. Türen und Fenster fehlen oder sind nur in Teilen erhalten. Das Dach ist ebenso beschädigt wie die Fassade. Am rückwärtigen Anbau ist das Dach bereits eingebrochen. Kleine Bäume und Sträucher wachsen mit ihren Wurzeln in das Gemäuer. Im Innenbereich wurden die Türen und Fußböden herausgerissen. Der Unterbau der Böden fehlt komplett.

Mühle und Sägewerk sind verpachtet und werden heute noch genutzt. Eine Lautsprecherdurchsage weist auf die Gefahren beim Betreten des Geländes hin. (Stand 7/2018)


Letzter Besitzer vor 1945: Wilhelm Borowski


16 km südwestlich von Goldap (Gołdap)

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