BORKEN (BORKI)

Ehemaliger Landkreis: Rastenburg – Heutiger Kreis (Powiat): Kętrzyn

‍Ansicht von Süden

Zur Geschichte des Guts Borken gibt es unterschiedliche Angaben. Im 15. Jahrhundert oder auch erst Ende des 16. Jahrhunderts entstand hier aus einem bereits bestehenden Hof ein adliges Gut. Im Verlaufe der Zeit gab es verschiedene Besitzer. So wurde unter anderem im Jahre 1912 das Gut verkauft. Der neue Eigentümer, Sohn des damaligen Gutsbesitzers von Groß Köskeim, renovierte und modernisierte Gutshaus und Anlage. In den 1930er Jahren wechselte das Anwesen dann ein letztes Mal den Besitzer, der dies dann bis 1945 bewirtschaftete.

Einst in barocker Bauweise errichtet, wurde das ehemalige Gutshaus in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts im klassizistischen Stil umgebaut. 1945 wurde der Bau geplündert und stand dann für zwei Jahre leer. Von 1947 bis Ende der 1980er Jahre lebten mehrere ukrainische Familien in dem Haus, die während der „Aktion Weichsel“ (Akcja Wisła) dorthin zwangsumgesiedelt wurden.

Der Anblick des zugewucherten und dem Verfall preisgegebenen Gutshauses macht betroffen. Der eingeschossige Bau auf rechteckigem Grundriss war mit einem Krüppelwalmdach gedeckt. Zweigeschossige Mittelrisalite gliederten die Längsseiten des Hauses. Der Risalit der Gartenseite ist zum Großteil eingestürzt und gibt den Blick ins Innere des Hauses frei. Die einstige Schönheit des Risalits der Vorderfassade mit seinen Rundbogenfenstern, den hölzernen Verzierungen in den Rundbögen und den Dekorelementen lässt sich nur noch erahnen. Wo sich früher ein von vier hölzernen Säulen getragener Balkon über einer Terrasse erhob, verdeckt nun eine viel zu niedrige, einfache hölzerne Dachkonstruktion den Eingangsbereich. Die breite Treppe davor ist zugewachsen. Das Mauerwerk bröckelt an allen Seiten.

Von der ehemaligen Gutsanlage hat kaum etwas die Zeit überstanden. Der Landschaftspark, der das Gutshaus umschloss, ist verwildert, der alte Baumbestand nur zum Teil erhalten geblieben. In der Nähe des Hauses steht die Ruine der einstigen Schmiede. Eine Holländerwindmühle, die zum Gut gehörte, wurde Mitte der 1930er Jahre abgerissen.

Das Anwesen befindet sich in Privatbesitz. (Stand 8/2020)


Letzter Besitzer vor 1945: Hans Bricken

8 km nördlich von Rastenburg (Kętrzyn)

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