Daumen (Tumiany)

Ehemaliger Landkreis: Allenstein – Heutiger Kreis (Powiat): Olsztyn

‍Giebelseite zum ehemaligen Hof

Die Geschichte des direkt am Daumensee (Jezioro Tumiańskie) gelegenen ehemaligen Rittergutes Daumen begann bereits im 14. Jahrhundert. Am 22. Juli 1375 verschrieb Heinrich III. Sorbom, Bischof von Ermland, einem Johann Smyd vier Hufen am See Dumen (Daumen). Über die Besitzverhältnisse und Gutseigentümer ist über mehrere Jahrhunderte wenig zu erfahren. Für einige Zeit muss Daumen ein Gratialgut gewesen sein. Das bedeutete, dass durch den Landesherrn das Gut als persönliche Auszeichnung zumeist auf Lebenszeit verliehen wurde, jedoch dies nicht unbedingt vererbbar war. Ein Herr von Kalnassi findet Mitte der 1780er Jahre als Besitzer des Gratialgutes Erwähnung. Ein Kammerherr von Moschensky bekam in dieser Form das Anwesen um etwa 1803 verliehen. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts befand sich das Gut in den Händen einer Familie Erdmann. Ab den 1860er Jahren war Johann Martin Albert Funke Eigentümer des etwa 280 Hektar großen Anwesens. Sein Sohn Max Richard wurde 1867 auf Gut Daumen geboren. Die Familie betrieb vor allem Rinder- und Pferdezucht, hielt 1921 aber auch eine Herde von 60 Schafen. 1932 gehörten 41 Pferde, 82 Rinder und 25 Schweine zum Hof. Bis 1945 bewirtschaftete die Familie Funke ihr Gut.

Im Sockelbereich des eingeschossigen, hochunterkellerten Gutshauses findet sich die in einen Stein gemeißelte Jahreszahl 1868, die auf das Erbauungsjahr hinweist. Ein Satteldach deckt das auf rechteckigem Grundriss errichtete Kniestockhaus. Eine Sanierung des Hauses erfolgte in den letzten Jahren. Die Fensteröffnungen unterhalb des Daches wurden dabei etwas vergrößert. Die an der östlichen Giebelwand neu errichtete, sehr dekorative Holzveranda, die Fenster und die Fassaden mit ihren klassizistischen Dekorelementen entsprechen dem originalen Vorbild. An der Seeseite befindet sich eine weitere Veranda. Eine moderne Treppe mit einem Geländer und einer Überdachung aus Metall führt zum Nebeneingang an der westlichen Giebelseite.

Von der einstigen Gutsanlage blieben neben dem Gutshaus nur Reste des Parks und des Wirtschaftshofes erhalten.

Das Gutshaus befindet sich in Privatbesitz. (Stand 7/2026)


Letzter Besitzer vor 1945: Richard Funke


16 km südwestlich von Bischofsburg (Biskupiec)

12 km östlich von Wartenburg (Barczewo)

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