Dombrowken (Dąbrówka)

Ehemaliger Landkreis: Angerapp / Darkehmen – Heutiger Kreis (Powiat): Węgorzewo

‍Vorderfassade

Nur einen Kilometer südlich der Grenze zu Nordostpreußen (heutige russische Exklave Kaliningrad) liegt das ehemalige Gut Dombrowken, welches im späten 16. Jahrhundert gegründet wurde. 1938 erhielt es den Namen EIBENBURG.

Im 16. und 17. Jahrhundert gehörte das einstige Rittergut der Familie von Schlieben. Stammvater der Dombrowker Linie war Christoph von Schlieben (1590–1625) aus Birkenfeld. Als Dietrich von Schlieben, Erbherr auf Nordenburg, Truntlack und Dombrowken, 1653 starb, übernahm seine Witwe Elisabeth die Ländereien Dombrowkens. In den 1660er Jahren wurde das Gut durch die Ausgliederung aus den großen Besitzungen von Truntlack eigenständig. Später gelangte das Anwesen durch Heirat in die Hände der Familie Thiesel (Tiesel) von Daltitz, die dieses noch 1727 bewirtschafteten.

In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts erwarb der Generalmajor Adolf Friedrich von Langermann das Anwesen. Nach seinem Tod im Jahr 1757 erbte es Tochter Sophie Charlotte. Infolge ihrer Ehe mit Friedrich Wilhelm Graf von Dönhoff-Beynuhnen gehörte auch Gut Dombrowken zum Beynuhner Großgrundbesitz. 1798 kaufte der Kriegsrat Friedrich Wilhelm von Farenheid den gesamten großen Gutskomplex von der Familie von Dönhoff. Für das Gut Dombrowken nebst Ziegelei und drei Vorwerken bezahlte er 78000 Thaler. Nach dem Tode seines Sohnes Friedrich im Jahre 1849 wurden die Beynuhner Güter aufgeteilt. Die älteste Tochter Emilia, die mit dem Königsberger Arzt Dr. Karl Ferdinand Voigdt verheiratet war, erbte das 1250 Hektar große Dombrowker Ländereien. Auf dem Gut, das der Familie Voigdt als Sommersitz diente, wurden Remonten und Luxuspferde (Warmblut) gezüchtet. Neben dem Gestüt gab es eine Schäferei, Rinderzucht und weiterhin den Ziegeleibetrieb. Im Verlauf der Zeit ging der Schafbestand langsam zurück. Gab es 1922 noch 127 Schafe, wurde 1932 keines mehr gezählt. Dafür nahm der Bestand an Schweine von 137 (1922) auf 262 Schweinen im Jahr 1932 zu. Bis 1945 blieb das Gut, eines der größten privaten Gestüte Ostpreußens, im Besitz der Familie Voigdt.

1947 wurden aufgrund der durch die polnische Regierung angeordneten „Aktion Weichsel“ Ukrainer auf das ehemalige Gutsgelände zwangsumgesiedelt. Auf der einstigen Gutsanlage entstand ein staatlicher Landwirtschaftsbetrieb.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wechselte der Ort wegen seiner unmittelbaren Grenznähe und bis zur endgültigen und offiziellen Einigung über den genauen Verlauf der Staatsgrenze mehrmals die Staatszugehörigkeit. Die dann festgelegte Grenzlinie zwischen Polen und der damaligen Sowjetunion teilt die historischen Ländereien des Guts Dombrowken bis heute.

Zur Gutsanlage gehörte neben dem 1862 im klassizistischen Stil erbauten Herrenhaus und dem Wirtschaftshof ein fünf Hektar großer Landschaftspark, der mit vielfältigen Baumarten, breiten Wegen und Lichtungen angelegt wurde.

Zweigeschossige Mittelrisalite mit Dreiecksgiebel an den Längsseiten gliedern das eingeschossige Herrenhaus. Den Eingangsbereich schmücken zwei korinthische Säulen.

Das Gebäude ist dem Verfall preisgegeben. Außen wie innen weist das Gebäude immense Zerstörungen auf. Teile des Daches sind bereits eingebrochen. An der Fassade und teilweise an den Standerkern der Giebelwände zeigen sich großflächige Schäden. Fenster, Türen, Fußböden, Zimmerdecken, selbst elektrische Leitungen wurden herausgerissen, so dass nur noch die „Hülle“ des einstigen Herrenhauses existiert. Pflanzen wuchern am Bau und auf dem umliegenden Gelände. Vom alten Wirtschaftshof überlebten nur einzelne Gebäude die Zeiten.

Erhalten blieb die kleine, 1732 erbaute Kirche des Ortes. Vor dem Altar befindet sich eine Grabplatte mit fünf bronzenen Löwenköpfen mit Ringgriffen. Das Wappen und die Inschrift verweisen auf Dietrich von Schlieben (1605 – 1653). Auf dem kleinen Friedhof hinter der Kirche finden sich noch die Gräber von Emilia und Dr. Ferdinand Voigdt. (Stand 7/2018)


Letzter Besitzer vor 1945: Familie Voigdt


17 km nordöstlich von Angerburg (Węgorzewo)

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