Ehemaliger Landkreis: Ortelsburg – Heutiger Kreis (Powiat): Olsztyn
Über die Gründung des ehemaligen Gutes Dombrowken ist nichts bekannt. Dombrowken gehörte mit fünf anderen benachbarten Gütern zu einem Güterkomplex, den der spätere Landrat des Kreises Ortelsburg, Wilhelm von Berg, um 1804 erwarb. Von einem Verkauf aus dem Jahr 1838 berichtet das Ortelsburger Lehnbuch. "Das Gut Saadau nebst dem Vorwerk Dombrowken, den Waldrevieren Kosarken, Dombrowken und dem sogenannten Hegewalde, zusammen 36 Hufen 16 Morgen 221 Ruten, und dem Anteile an dem sogenannten Saadebruch ist an den Gutsbesitzer Emil Garzke für 14 325 Taler in Pfandbriefen verkauft." Nach einem Erlass vom 4. Februar 1841 wurden die Güter dieses Großgrundbesitzes eigenständig und an neue Eigentümer verkauft. Bereits 1879 befand sich das 217 Hektar große Anwesen im Besitz von Hugo Wolff und blieb es bis in die 1890er Jahre. Sein Nachfolger war ein Herr Henke. Nach der Volksabstimmung in Ostpreußen vom 11. Juli 1920, bei der sich eine überwältigende Mehrheit von über 97 % im Abstimmungsgebiet Allenstein für den Verbleib bei Ostpreußen und Deutschland entschied, verließ der damalige polnische Eigentümer Walkowiak das Gut wohl fluchtartig. Nachfolgender Besitzer war Otto John, der Rinder und Schweine züchtete. Um 1930 wurde Dombrowken aufgesiedelt und an vier Neubauern verkauft. Das Gutshaus erwarb der Staat, der es dem weiblichen Arbeitsdienst zur Verfügung stellte. So waren dort 1944 etwa 45 Mädchen untergebracht.
In der ersten Hälfte des 19. Jahrhundert wurde das Gutshaus in klassizistischem Stil auf rechteckigem Grundriss errichtet. Das eingeschossige Kniestockhaus ist hochunterkellert und mit einem Satteldach gedeckt. Zweigeschossige Seitenrisalite mit Dreiecksgiebeln zieren die Vorderfassade. An einer Giebelseite führt eine breite, hohe Treppe zum Haupteingang des Hauses. Einst gliederten zwei große Bogenfenster und eine Nische den breiten Mittelrisalit der Parkseite. Pilaster und andere Dekorelemente schmücken die Fassade.
Vor Jahren begonnene Renovierungsarbeiten wurden abgebrochen. Teile des Dachs und der Vorderfassade sind großflächig eingestürzt. Fehlende Dachrinnen und Fallrohre führten zu weiteren Mauerschäden. Das Gutshaus ist wohl dem Verfall preisgegeben.
Reste des alten Gutsparkes sind erhalten geblieben. Zwischen den alten Bäumen an der Parkseite des Hauses weiden nun Tiere.(Stand 7/2020)
Letzter Besitzer vor 1945: Parzellierung des Gutes (Aufsiedlung) / Gutshaus: Staat (weiblicher Arbeitsdienst)
11 km östlich von Bischofsburg (Biskupiec)