DROSDOWEN (DROZDOWO)

Ehemaliger Landkreis: Treuburg – Heutiger Kreis (Powiat): Olecko

‍Parkseite

Die Geschichte des einstigen Ritterguts DROSDOWEN beginnt im Jahr 1553. Georg von Diebes, Amtshauptmann von Rhein (Ryn) und Jägermeister des Herzogs, bekam das Land von Herzog Albrecht I. geschenkt und gründete an dieser Stelle das Anwesen. Die Eigentümer wechselten mehrfach. So war das Gut im Besitz der Familie von Halle und Familie von Buddenbrock, später in den Händen von Familie Ciesielski (Zimmermann). Von ihr kaufte Major Anton Ludwig von Saltzwedel das Anwesen, dessen Enkel Gustav Reinhold Ludwig und Wilhelm von Wienskowski genannt von Saltzwedel auf dem Gut zur Welt kamen. Unter dieser Familie diente das Anwesen eine Zeitlang als Vorwerk von Gut Lehnarten. Letzte Besitzer im 19. Jahrhundert war die Familie Steinberg. Um 1880 gehörten das Vorwerk Mierunsken, eine Brennerei und eine Molkerei zum Gut.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde das Anwesen verkauft und ging in staatlichen Besitz über. Erster Pächter der Domäne war Hugo Steinberg. Sein Nachfolger Paul Borries  züchtete ebenso wie sein Vorgänger Rinder, Schweine, Pferde und Schafe. Ende der zwanziger Jahre pachtete Paul Lingnau das Gut mit  625 Hektar Land, der Brennerei und Molkerei. Es wurde weiterhin Viehzucht betrieben, aber auch Torf abgebaut und Saatgut gereinigt.

Am 23. Januar 1934 erhielt Drosdowen den neuen Namen DROSTEN.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde auf dem Besitz ein staatliches Gut gegründet. 1998 kaufte eine Familie das Anwesen, um einen eigenen Landwirtschaftsbetrieb zu führen. Sie machte es sich außerdem zur Aufgabe, das Gutshaus zu renovieren und es in seinen ursprünglichen Zustand zu versetzen.

Das auf einer Anhöhe gelegene Gutshaus wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im klassizistischen Stil errichtet. Den eingeschossigen Bau, angelegt auf rechteckigem Grundriss, deckt ein Krüppelwalmdach. Das Gebäude ist hochunterkellert, der Sockel aus Natur- und Ziegelsteinen. Den Eingangsbereich der Vorderfassade schmückt ein zweigeschossiger angedeuteter Mittelrisalit, der von einem Dreiecksgiebel gekrönt ist. In der Fassadenmitte der Gartenseite befindet sich ebenfalls solch ein Risalit, davor eine gemauerte Veranda mit einem darüberliegenden großen Balkon.

Von der einstigen Gutsanlage sind auch Reste des Parks mit seinem alten Baumbestand erhalten geblieben. Ein Teil der Gebäude des weitläufigen Wirtschaftshofes überdauerte ebenso die Zeiten. Die alten Ställe, die hölzerne Scheune und der Speicher werden noch genutzt.

Das bewohnte Gutshaus befindet sich im Privatbesitz. (Stand 8/2022)


Letzter Besitzer vor 1945: Staatliche Domäne

21 km nördlich von Treuburg (Olecko)

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