GRÜNFELDE (GRUNWALD)

Ehemaliger Landkreis: Osterode – Heutiger Kreis (Powiat): Ostróda

‍Blick zum Herrenhaus

Berühmt wurde das Dorf Grünfelde durch die Schlacht bei Tannenberg (Grunwald). Am 15. Juli 1410 stand ein polnisch-litauisches Heer den Rittern des Deutschen Ordens  auf einem Feld zwischen den Dörfern Tannenberg und Grünfelde gegenüber und schlug diese vernichtend.

Zu dieser Zeit existierte schon das einstige Rittergut. Ab dem  17. Jahrhundert gehörte das Gut Grünfelde zum großen Güterbesitz der Familie Finck von Finckenstein, die ihren Stammsitz in Gilgenburg (Dąbrówno)hatte. Überschuldungen infolge der Napoleonischen Kriege führten zu Zwangsversteigerungen fast sämtlicher Güter der Finckensteins. 1831 wurde das Gut Grünfelde versteigert. Pächter des Anwesens war Jakob Wittkowski, der es später auch kaufte. Anfang des 20. Jahrhunderts befand sich das Gut, zu dem eine Brennerei und ein Vorwerk gehörten, im staatlichen Besitz. Hans von Klitzing pachtete im Jahre 1908 die Domäne. Im Ersten Weltkrieg lag Grünfelde während der Schlacht bei Tannenberg im Kampfgebiet, wurde teilweise zerstört und später wieder aufgebaut. Ende der 1920er Jahre umfasste das Gut 483 Hektar Land.

Letzter Domänenpächter bis 1945 war Hans Lebrecht von Klitzing. Sein Sohn Albrecht (1925-2016), der im Gutshaus Grünfelde zur Welt kam, erfüllte sich Mitte der 1990er Jahre einen Traum und kaufte das Gut Heinrichshöfen(Jedrychowo) im Kreis Sensburg. Als „Hotel im Park“ wird dort seit der Renovierung  das alte Gutsleben für die Gäste wieder lebendig.

Die ehemalige Gutsanlage hat die Zeiten gut überstanden. Im Zentrum, zwischen dem großen Wirtschaftshof und dem Park gelegen, befindet sich auf einer Anhöhe das Herrenhaus. Es ist ein im 19. Jahrhundert errichteter eingeschossiger Bau, der zu Beginn des folgenden Jahrhunderts um ein zweigeschossiges Haus längs einer Giebelseite erweitert wurde. Das ältere Gebäude, auf rechteckigem Grundriss und mit einem Satteldach erbaut, wird an der Vorderfassade von einem zweigeschossigen Risalit gegliedert. Davor steht eine hölzerne Veranda. Den später errichteten Anbau, dessen Vorderansicht ein hoher polygonaler Erker schmückt, deckt ein hohes Mansardendach.

Das gesamte Anwesen zeigt sich in gepflegtem Zustand. Das einstige Herrenhaus, das sich in Privatbesitz befindet, wurde restauriert und präsentiert sich in alter Schönheit. Den großen Wirtschaftshof nutzt ein landwirtschaftlicher Betrieb. Im kleinen Park blieb alter Baumbestand erhalten. (Stand 8/2021)


Letzter Besitzer vor 1945: Staatliche Domäne, Pächter: Hans Lebrecht von Klitzing

20 km südwestlich von Hohenstein (Olsztynek)

29 km südlich von Osterode (Ostróda)

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