Ehemaliger Landkreis: Allenstein – Heutiger Kreis (Powiat): Olsztyn
Das einstige Rittergut Klaukendorf wurde auf einer Landenge zwischen dem Groß Kleeberger See (Jezioro Klebarsie) und dem Leynauer See (Jezioro Linowskie)angelegt. Ein Bach, der durch das Anwesen verläuft, verbindet die beiden Seen miteinander. Am 13. April 1352 verschrieb das Domkapitel dem Clauko Hohenberg den Landbesitz Klaukendorf nach Kulmer Recht. Die Handfeste wurde am 31. Mai 1420 für Johannes von Hohenberg erneuert. Im Laufe der folgenden Jahrhunderte war das Anwesen Eigentum vieler Gutbesitzerfamilien.
Von Mitte des 16. Jahrhunderts an waren die Familien Rabe, Woreński und Pakusch im Besitz des Gutes. Ab den 1640er Jahren befand es sich in den Händen der Familie Nenchen. Als Johann von Nenchen verstarb, erbte seine Tochter Marianne die Güter Klein Trinkhaus und Klaukendorf. Ab diesem Zeitpunkt gingen beide Güter bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts stets gemeinsam an die nächsten Gutsfamilien über. Zu ihrer Hochzeit mit Siegmund Albert von Hatten brachte sie die Anwesen als Mitgift in die Ehe. Nach dem Tod seiner Mutter veräußerte Theodor von Hatten 1747 Klein Trinkhaus und Klaukendorf. Neuer Besitzer wurde Georg Weiss, Verwalter des Domkapitels von Allenstein. Sein Sohn verkaufte die Güter 1777 an Johannes von Brederlow, den Urgroßvater des späteren Feldmarschalls und Reichspräsidenten Paul von Hindenburg. 1799 übernahm Freiherr Reischach von Reichenstein die Anwesen, es folgten die Familien Carnevalli (um 1825) und Ohlenschlager.
In den 1840er Jahren besaß der Norweger Peter Thorwald Lous Gut Klaukendorf, das er um 1848 seinem Bruder Karl vererbte. Dieser gründete die beiden Vorwerke Ernestinenhöh und am 22.10.1852 das nach ihm benannte Karlberg. 1867 übernahm sein Sohn Carl das Anwesen, zu dem auch eine Dampfbrennerei gehörte. Carl Lous starb 1902, So verwaltete dann Erna Lous das mit den Vorwerken 840 Hektar große Gut.
1913 erwarb Franz Otto die Ländereien. Nach seinem Tod im Jahr 1920 bewirtschaftete seine Witwe Magda mit Hilfe eines Verwalters das 487 Hektar große Anwesen. 1921 gab es 56 Pferde, 180 Rinder, 100 Schafe und 85 Schweine auf dem Gut. Die Brennerei war weiterhin in Betrieb. Für den Eigenbedarf wurde Torf abgebaut. Magda heiratete 1923 Fritz Klemm. 1931 war das Gut hochverschuldet und musste zwangsversteigert werden. Der neue Eigentümer Johannes Hoepfner betrieb bis 1945 eine Lehrgärtnerei und die Brennerei, züchtete Rinder, Schweine und Pferde.
1801 ließ Freiherr Reischach von Reichenstein das Herrenhaus erbauen. Umbauarbeiten am Gebäude erfolgten 1861 durch Carl Lous und zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Durch die Errichtung der verschiedener Anbauten wie dem dreigeschossigen Turm und dem viergeschossigen Turm entstand ein unregelmäßiger Grundriss. Das Herrenhaus ruht auf einem Feldsteinfundament. Die beiden Türme rahmen den mittleren, zweigeschossigen Kniestockbau an der Vorderfassade ein. Über dem eingeschossigen Anbau der Parkseite befindet sich ein großer Balkon. Die Segmentbogenfenster im Erdgeschoss und die Rundbogenfenster der anderen Etagen sind dekorative Architekturelemente des Neorenaissancebaues.
Nach 1945 übernahm ein staatlicher Landwirtschaftsbetrieb das Gut. Im Herrenhaus wurden Büros und Wohnungen für die Angestellten eingerichtet.
Carl Lous ließ den Landschaftspark mit dem Familienfriedhof anlegen. Während ein Teil des alten Gutsparkes die Zeiten überstand, blieb vom groß angelegten Wirtschaftshof nur der Speicher erhalten.
Das einstige Herrenhaus wird derzeit durch eine Stiftung restauriert. (Stand 4/2025)
Letzter Besitzer vor 1945: Johannes Hoepfner
10 km südöstlich von Allenstein (Olsztyn)