Klein Trinkhaus (Trękusek)

Ehemaliger Landkreis: Allenstein – Heutiger Kreis (Powiat): Olsztyn

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Die Geschichte der einstigen Rittergüter Klein Trinkhaus und Groß Trinkhaus begann am 8. September 1359. An diesem Tag übertrug das Ermländer Domkapitel den vier Karyothen- Brüdern die nahe Allenstein gelegenen, letzten unbebauten Ländereien nach Kulmer Recht. Die Handfeste wurde am 20. September 1473 erneuert. Um 1500 wurden die Güter aufgeteilt und das Gut Klein Trinkhaus damit eigenständig. Im Laufe der Jahrhunderte wechselten mehrfach die Besitzerfamilien.

Von 1560 an war Klein Trinkhaus für fast einhundert Jahre Eigentum der Familie Gryzmała. Ihr folgte die Adelsfamilie Rogawski. Ab 1681 befand sich das Gut in den Händen der Familie Nenchen, die im nahegelegenen Klaukendorf lebte. Als Johann von Nenchen verstarb, erbte seine Tochter Marianne die Güter Klein Trinkhaus und Klaukendorf. Ab diesem Zeitpunkt gingen beide Güter bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts stets gemeinsam an die nächsten Gutsfamilien über. Zu ihrer Hochzeit mit Siegmund Albert von Hatten brachte sie die zwei Anwesen als Mitgift in die Ehe. Nach dem Tod seiner Mutter veräußerte Theodor von Hatten 1747 Klein Trinkhaus und Klaukendorf. Neuer Besitzer wurde Georg Weiss, Verwalter des Domkapitels von Allenstein. Sein Sohn verkaufte die Anwesen 1777 an Johannes von Brederlow, den Urgroßvater des späteren Feldmarschalls und Reichspräsidenten Paul von Hindenburg. 1799 übernahm Freiherr Reischach von Reichenstein die Güter, es folgten die Familien Carnevalli (um 1825), Ohlenschlager und ab Mitte des 19. Jahrhunderts der Norweger Peter Thorwald Lous. Sein Bruder Karl erhielt Klaukendorf, Peter Lous wohnte in Klein Trinkhaus.

Nach Hauptmann von Bieberstein übernahm die Familie Fischer 1901 das Gut Klein Trinkhaus. Adalbert Fischer betrieb auf den 674 Hektar großen Ländereien eine Ziegelei und ein Gestüt, züchtete Schweine und Rinder und hielt eine große Schafherde. Sein Sohn Hubert erbte 1929 das Anwesen. Es blieb bis zur Flucht im Januar 1945 in seinem Besitz.

Das einstige Gutshaus bestand aus zwei Bauten. Der ältere Teil stammte aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Vermutlich war es Peter Thorwald Lous, der dieses Gebäude errichten ließ. Es war ein eingeschossiges Haus mit einem Krüppelwalmdach. An der Vorderfassade befand sich eine verglaste Holzveranda. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde senkrecht zu einer Giebelseite ein zweigeschossiger Bau mit Satteldach errichtet. Quaderputz schmückte dessen Fassaden im Erdgeschoss.

In der Nacht vom 21. zum 22. Januar 1945 eroberten Soldaten der sowjetischen Armee Klein Trinkhaus. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm ein staatlicher Landwirtschaftsbetrieb das Anwesen.

Mitte der 1990er Jahre brannte das Gutshaus ab. An die einstige Gutsanlage erinnert nichts mehr. Der größte Teil des alten Parks, zu dem ein Teich gehörte, wurde abgeholzt. (Stand 7/2026)


Letzter Besitzer vor 1945: Hubert Fischer


15 km südöstlich von Allenstein (Olsztyn)

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