Ehemaliger Landkreis: Allenstein – Heutiger Kreis (Powiat): Olsztyn
Das Ermländer Domkapitel erteilte am 8. September 1359 den vier Karyothen- Brüdern das Gründungsrecht für Klein Trinkhaus, Groß Trinkhaus und Kalborn auf den nahe Allenstein gelegenen, letzten unbebauten Ländereien nach Kulmer Recht. Die Handfeste wurde am 20. September 1473 erneuert. Um 1500 wurden die Güter aufgeteilt und das Rittergut Klein Trinkhaus damit eigenständig. Im Laufe der Jahrhunderte wechselte das Gut wiederholt den Eigentümer.
Von 1560 an war Klein Trinkhaus für fast einhundert Jahre im Besitz der Familie Gryzmała. Ihr folgte 1656 die Adelsfamilie Rogawski. Ab 1681 befand sich das Gut in den Händen der Familie Nenchen, die im nahegelegenen Klaukendorf lebte. Die Tochter von Johann Kasimir von Nenchen erbte den Hof und brachte diesen in ihre Ehe mit Zygmunt Albert von Hatten (Hattyńscy). Jan Weiss, Burggraf von Allenstein, übernahm 1747 Klein Trinkhaus und Kalborn. Sein Sohn verkaufte das Anwesen an Johannes von Brederlow, den Urgroßvater des späteren Feldmarschalls und Reichspräsidenten Paul von Hindenburg. 1799 übernahm Freiherr Reich von Reichenstein das Gut, es folgten die Familien Carnevalli (um 1825), Ohlenschläger (1836) und ab 1842 der Norweger Peter Thorwald Lous. Sein Bruder erhielt Kalborn, er blieb in Klein Trinkhaus.
Nach Hauptmann von Bieberstein übernahm die Familie Fischer 1901 das Gut. Adalbert Fischer betrieb auf den 674 Hektar großen Ländereien eine Ziegelei und ein Gestüt, züchtete Schweine und Rinder und hielt eine große Schafherde. Sein Sohn Hubert erbte 1929 das Anwesen. Es blieb bis zur Flucht im Januar 1945 in seinem Besitz.
Das einstige Gutshaus bestand aus zwei Bauten. Der ältere Teil stammte aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Vermutlich war es Peter Thorwald Lous, der dieses Gebäude errichten ließ. Es war ein eingeschossiges Haus mit einem Krüppelwalmdach. An der Vorderfassade befand sich eine verglaste Holzveranda. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde senkrecht zu einer Giebelseite ein zweigeschossiger Bau mit Satteldach errichtet. Quaderputz schmückte dessen Fassaden im Erdgeschoss.
In der Nacht vom 21. zum 22. Januar 1945 eroberten Soldaten der sowjetischen Armee Klein Trinkhaus. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm ein staatlicher Landwirtschaftsbetrieb das Anwesen.
Mitte der 1990er Jahre brannte das Gutshaus ab. An die einstige Gutsanlage erinnert nichts mehr. Der größte Teil des alten Parks, zu dem ein Teich gehörte, wurde abgeholzt. (Stand 7/2026)
Letzter Besitzer vor 1945: Hubert Fischer
15 km südöstlich von Allenstein (Olsztyn)