Kotzargen (Koczarki)

Ehemaliger Landkreis: Sensburg – Heutiger Kreis (Powiat): Kętrzyn

‍Vorderfassade

Die Geschichte des vor 1818 Kotziargen genannten Dorfes begann Mitte des 16. Jahrhunderts. Mit der Gründungsurkunde von 1554 nach Magdeburger Recht verschrieb Georg von Diebes, Hauptmann zu Rhein u. Seehesten, einem Szymon 44 Hufen zur Anlage eines Zinsdorfes. Ende des 16. Jahrhunderts wurde im südlichen Teil des Dorfes ein Gutshof angelegt. Das Gut war eines der drei Vorwerke des Amtes Rastenburg. Johann Christoph Ulspergk pachtete es im Jahre 1664. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde das Vorwerk vom Domänenamt Rastenburg verkauft und damit zu einem eigenständigen Gut. Erster Eigentümer war eine Familie Janz. 1909 erwarb Hugo Kluth das Anwesen. Ihm folgte Axel von der Herberg, der nach seiner Hochzeit im November 1910 auf das neu erworbene Gut Wensöwen zog und später Gut Kotzargen an Bruno Keuchel verkaufte. 1922 wurden auf dem 307 Hektar großen Anwesen 25 Pferde, 105 Rinder, 60 Schafe und 50 Schweine gehalten. Dorf und Gut Kotzargen wurden 1929 in EICHHÖHE umbenannt. 1932 war das Gut, zu dem zu dieser Zeit 30 Pferde, 110 Rinder und 170 Schweine gehörten, im Besitz von Elisabeth Martens.

Während des Zweiten Weltkrieges befand sich in Kotzargen ein Außenlager des Stalag I A Stablack. Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter, die zum Ausheben von Panzergräben eingesetzt wurden, waren unter menschenunwürdigen Bedingungen auch in Scheunen und Kuhställen des Gutes untergebracht.

Das einstige Herrenhaus wurde um 1871 auf rechteckigem Grundriss und mit einem hohen Kniestock errichtet. Quaderputz schmückt die Fassaden des eingeschossigen Baus. Einst befand sich eine Veranda vor dem Haupteingang. Um 1910 wurde die Wohnfläche des Hauses durch einen schlichten, eingeschossigen Anbau an der südlichen Giebelwand vergrößert. Satteldächer decken beide Gebäudeteile. An den Giebelseiten sind Nebeneingänge.

Von circa 1870, dem Zeitpunkt der Erbauung des Herrenhauses, bis in die 1930iger Jahre wurde die Gutsanlage durch den Bau verschiedener Wirtschaftsgebäude mehrfach vergrößert. So ließ Bruno Keuchel den Getreidespeicher und einen weiteren Stall im Jahr 1924 errichten. Speicher, Schmiede, Ställe und andere Nebengebäude blieben ebenso erhalten wie ein Teil des alten Baumbestandes vom Gutspark, der um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert angelegt wurde.

Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm ein staatlicher Landwirtschaftsbetrieb die Gutsanlage. Im einstigen Herrenhaus entstanden Büros und Wohnungen für Mitarbeiter.

Am Gebäude wurden erste Sanierungsarbeiten durchgeführt. Das Dach des Hauptbaus ist mit alten Ziegeln gedeckt, der Anbau mit Dachplatten. Die Dachentwässerung und ein Teil der Fenster sind neu. Die Außenwände, zum Teil bereits neu verputzt und gestrichen, weisen jedoch auch größere Schäden am Putz auf.

Die ehemalige Gutsanlage wird weiterhin landwirtschaftlich genutzt. Das Herrenhaus ist bewohnt und befindet sich in Privatbesitz. (Stand 8/2021)


14 km südlich von Rastenburg (Kętrzyn)

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