Ehemaliger Landkreis: Allenstein – Heutiger Kreis (Powiat): Olsztyn
Die Geschichte des am Südufer des Kirmeßsees (Jezioro Kiermas) gelegene, einstige Rittergut Kroplainen begann im 14. Jahrhundert. Der damalige Bischof Johannes II. verlieh am 12. Juli 1364 fünf Prußen Ländereien. Das Gut, das an dieser Stelle gegründet wurde, erhielt seinen Namen Kropoleinen von Cropolin, einem der fünf Männer. Die Verleihung nach Preußischem Recht wurde 1483 in Kulmer Recht umgewandelt. Augustyn Michał Stefan Radziejowski, Bischof von Ermland, verlieh fast zweihundert Jahre später einem Kodlewski die Ländereien (Gratialgut) als Auszeichnung für seine persönlichen Verdienste. 1785 diente Kropoleinen als Königliches Vorwerk der Stadt Wartenburg. Um 1852 war ein Rechtsanwalt Zaabel Gutsherr, in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts besaß die Familie Blockhagen das Gut. Ab den 1880er Jahren bis 1899 befand sich Kroplainen in den Händen von Egbert Belau. Am 23. Juli 1899 war Folgendes im „Der Gesellige“, Zweites Blatt, No.171, zu lesen: „Herr Rittergutsbesitzer Belau-Kroplainen hat sein Gut für 364000 Mark an einen Grafen Rittberg aus Schlesien verkauft.“ Dem Grafen Ernst von Rittberg folgte bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges die Familie Holzky als letzte Besitzer. Leo Holzky betrieb Saatgutwirtschaft, züchtete auf dem 350 Hektar großen Anwesen Pferde, Rinder und Schweine. 1921 hielt er noch eine Herde Schafe.
Das ehemalige Gutshaus ist ein auf rechteckigem Grundriss errichteter schlichter, eingeschossiger Bau. Ein flaches Satteldach deckt das hochunterkellerte Kniestockhaus, das zwischen dem Wirtschaftshof und Park erbaut wurde. Ein Eingangsbereich mit hoher Treppe befindet sich an der Vorderfassade. Eine große Terrasse befand sich einst vor der westlichen Giebelseite. Am Ostgiebel steht eine massive Veranda, zu deren Tür eine hohe Treppe führt.
Vom ursprünglich großen Wirtschaftshof blieben nur zwei Gebäude erhalten, die nicht mehr genutzt werden und vermutlich dem Verfall preisgegeben sind. Der einstige Gutspark, der sich bis zum See hinunterzieht, ist verwildert.
Das Gutshaus steht leer, weist etliche Schäden, unter anderem durch Vandalismus, auf und wurde notdürftig gesichert. (Stand 4/2025)
Letzter Besitzer vor 1945: Leo Holzky
22 km östlich von Allenstein (Olsztyn)