Lawken (Ławki)

Ehemaliger Landkreis: Lötzen – Heutiger Kreis (Powiat): Giżycko

‍Vorderfassade

Die frühere Domäne Lawken liegt am südöstlichen Ufer des Lawker Sees (Jezioro Ławki). Am 16. Juli 1938 wurden sowohl die Domäne als auch das 1499 gegründete, nördlich gelegene Dorf gleichen Namens in LAUKEN umbenannt.

Lawken diente über lange Zeit als Vorwerk und war später staatliche Domäne. Von 1525 bis 1718 befand sich der Sitz des herzoglichen Hauptamtes im Vorwerk Lawken. Das Mitte des 18. Jahrhunderts gegründete Domänenamt Rhein hatte danach ebenfalls dort seinen Sitz.

In all den Jahrhunderten wurde Lawken verpachtet. So übernahm der Oberlandesgerichtsauskultator Eduard Julius Stentzler 1838 die Domäne als neuer Pächter. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts betrieb Pächter Böhm auf dem etwa 813 Hektar großen Anwesen eine Rinderzucht und eine Brennerei. Weiterhin gehörten noch eine Brauerei und eine Ziegelei zur Domäne. Diese hatte in den 1920er Jahren Kurt Gramberg gepachtet. Er züchtete unter anderem Pferde und Rinder. Auch die Brennerei war weiterhin in Betrieb. Nach Gramberg übernahm Bernhard Finley die 619 Hektar große staatliche Domäne mit der Brennerei als Pächter. 1932 gab es dort 150 Rinder, 85 Pferde und 80 Schweine. Zwischenzeitlich wurde die Gutsanlage umfassend durch neue Wirtschaftsgebäude erweitert.

Das einstige Herrenhaus besteht aus zwei Gebäudeteilen mit hochgelegenem Keller. Vermutlich ist der eingeschossige Bau älter und wurde um das zweigeschossiges Haus längs einer Giebelseite erweitert. Standerker und Balkon zieren die Fassaden. Während der niedrigere Teil des Hauses verputzte Außenwände hat und Klinkersteindekor die Flachbogenfenster und Türen umrahmt, schmücken Putzblenden den höheren Klinkerbau. Das Herrenhaus wurde liebevoll restauriert. Alle Putzflächen sind gelb gestrichen. Neue Fenster wurden eingebaut.

Nach 1945 wurde auf dem Gelände ein staatlicher Landwirtschaftsbetrieb eingerichtet.

Das große Anwesen ist heute Privateigentum und wird von einem modernen Landwirtschaftsbetrieb genutzt, der Hof wirkt gepflegt. Die alten Wirtschaftsgebäude sind gut erhalten, vom Park sind nur Überreste erhalten. (Stand 8/2020)


Letzter Besitzer vor 1945: Staatliche Domäne


6 km südöstlich von Rhein (Ryn)

14 km nördlich von Nikolaiken (Mikołajki)

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