Malschöwen (Małszewko)

Ehemaliger Landkreis: Ortelsburg – Heutiger Kreis (Powiat): Szczytno

‍Parkseite

Am Mittwoch vor Pfingsten des Jahres 1401 begann die Geschichte des am Nordufer des Malschöwer Sees (Jezioro Małszeweckie) gelegenen, einstigen Rittergutes Malschöwen, einem der ältesten Adelssitze der Region. An diesem Tag wurde durch Konrad von Jungingen das Standortprivileg erteilt. Der erste Besitzer Peter Heyne erhielt 60 Hufen rund um den See, erblich und ewiglich zu Kulmer Recht. Burghard Küchmeister von Sternberg kaufte 1570 das Gut, dass für fast einhundert Jahre im Besitz seiner Familie blieb. Das nach 1601 Malzowen und um 1621 Mallsowen genannte Anwesen wurde 1657 zwischen den Familien von Wilhelm Tettau, von Haubitz und von Bartelsdorff aufgeteilt. 1717 war Hans Georg von Haubitz alleiniger Besitzer des Gutes, das bis Ende des 18. Jahrhunderts Eigentum der Familie blieb. Von ihr erwarb Karl Moritz von Franckenberg und Proschlitz Malschöwen. Familie von Keltsch besaß das Gut in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, bevor es in die Hände derer von Queis gelangte. Um sein Gut bewirtschaften zu können, beendete Julius von Queis 1884 seinen aktiven Dienst als Major. Seine Tochter Emelie heiratete am 27. Juni 1891 Erich Georg Max Freiherr von der Goltz, der das Gut Anfang des 20. Jahrhunderts übernahm. Im Jahr 1900 war das 1546 Hektar große Anwesen, zu dem in dieser Zeit noch die Vorwerke Moritzruhe, Friederikenberg und Charlottenberg gehörten, das flächenmäßig zweitgrößte Gut im Kreis Ortelsburg. 1922 gehörten zum damals 1524 Hektar großen Gut 75 Pferde, 300 Rinder, 350 Schafe und 120 Schweine. Eine Brennerei wurde auch betrieben. Freiherr von der Goltz verstarb 1924. Am 16. Juli 1938 wurde Malschöwen in MALSHÖFEN umbenannt. Bis 1945 blieb Emelie Freiherrin von der Goltz Eigentümerin.

Das ehemalige Gutshaus wurde zur Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert errichtet. Es war ein eingeschossiger Bau, errichtet auf langem rechteckigen Grundriss. Ein hohes Krüppelwalmdach deckte das Gebäude. An der Parkseite befand sich ein zweigeschossiger Risalit mit Dreiecksgiebel. Die einzige Dachgaube war mit Zinnen bekrönt. Die Hausecken schmückten Fialen. Das Gutshaus stand mit den Giebelseiten zwischen dem Wirtschaftshof und dem nahegelegenen See.

Nach 1945 richtete sich auf dem Anwesen ein staatlicher Landwirtschaftsbetrieb ein.

Von der einstigen Gutsanlage blieben Scheunen, Ställe, der neben der Hofauffahrt gelegene Getreidespeicher, kleinere Wirtschaftsgebäude und der unter Denkmalschutz stehende Landschaftspark erhalten.

Das Gutshaus wurde nach 1945 komplett umgebaut und verlor damit seine ursprüngliche architektonische Schönheit. Das Gebäude ist unbewohnt und sanierungsbedürftig. Der Wirtschaftshof steht leer und ungenutzt.

In der Nähe der Gutsanlage befand sich einst ein Familienfriedhof. Nach dem Krieg wurde die Kapelle zerstört, Ziegelsteine als Baumaterial genutzt, in den Gräbern und den Zinksärgen nach Schätzen gesucht.

In der Kirche von Mensguth erinnert eine Gedenktafel an den Sohn von Julius von Queis, der 1899 als Leutnant in Kamerun starb. Er trug denselben Namen wie sein Vater. (Stand 4/2025)


Letzter Besitzer vor 1945: Emelie Freiherrin von der Goltz


22 km nördlich von Ortelsburg (Szczytno)

24 km südlich von Bischofsburg (Biskupiec)

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