Moritzruhe (Budy)

Ehemaliger Landkreis: Ortelsburg – Heutiger Kreis (Powiat): Szczytno

‍Gartenseite

Der Ende des 18. Jahrhunderts angelegte Hof Moritzruhe diente als Vorwerk des Rittergutes Malschöwen (Małszewko). Anfang des 20. Jahrhunderts war es im Besitz des Oberstleutnant von Queis, einem Mitglied des Reichstages. Mit der Aussonderung des Vorwerks wurde Moritzruhe zu einem eigenständigen Gut. Nach 1922 befand sich das 285 Hektar große Anwesen im Besitz der Familie des Ulrich Freiherr von Kalckreuth, 1932 in den Händen der Elisabeth Freifrau von Kalckreuth. Auf dem Hof wurden Schweine- und Rinderzucht betrieben sowie eine kleine Schafherde und Pferde gehalten. Mitte der 1930er Jahre wurde in Moritzruh ein Landjahrlager eingerichtet. Bis zur Flucht im Januar 1945 bewirtschaftete der Pächter Karl Haedge das Gut.

Das eingeschossige Gutshaus wurde im 19. Jahrhundert im barocken Stil auf rechteckigem Grundriss mit einem hohen Mansardendach errichtet. Somit konnte der Dachbereich als Wohnraum genutzt werden. Später wurde das Gebäude erweitert und erhielt Anfang des 20. Jahrhunderts sein heutiges Aussehen. Die Risalite gliedern die Längsseiten asymmetrisch und verweisen damit auf den Jugendstil. Der große polygonale Risalit der Vorderfassade ist zweigeschossig und trägt ein mehrteiliges Dach. Eine breite Treppe mit niedriger, geschwungener Brüstung führt zum Haupteingang. An der Gartenseite erhebt sich ein flacher zweigeschossiger Risalit mit einem volutenförmigen Giebel und einem Dreiecksgiebel als Abschluss. Davor tragen die sechs Säulen einer offenen Veranda den darüberliegenden Balkon mit Korbbalustrade.

Nach dem Zweiten Weltkrieg ging das Gelände des ehemaligen Anwesens in das Eigentum eines staatlichen Landwirtschaftsbetriebes über. Im ehemaligen Gutshaus waren Wohnungen für die Angestellten eingerichtet.

Während der Sanierung in den letzten Jahren wurde das Gutshaus neu eingedeckt und verputzt, die Fenster und Türen erneuert. Das obere Dachgeschoss erhielt Dachfenster.

Von der einstigen Gutsanlage haben das vom Park umgebene Gutshaus und einige Wirtschaftsgebäude überlebt.

Die im Privatbesitz befindliche und unter dem Namen geführte Anlage „Słońce Mazur“ bietet Übernachtungsmöglichkeiten in Sommerferienhäusern und verschiedene Möglichkeiten von Freizeitaktivitäten an. (Stand 8/2021)


Letzter Besitzer vor 1945: Elisabeth Freifrau von Kalckreuth


22 km nördlich von Ortelsburg (Szczytno)

24 km südlich von Bischofsburg (Biskupiec)

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