NERFKEN (NERWIKI)

Ehemaliger Landkreis: Preußisch Eylau – Heutiger Kreis (Powiat): Bartoszyce

‍Vorderfassade

Im Jahr 1889 umfasste das einstige Landgut Nerfken, dessen Ursprünge bis in das 14. Jahrhundert zurückgehen, 366 Hektar. Es wurden hauptsächlich Rinder gezüchtet. Man befasste sich aber auch mit der Zucht von Warmblutpferden und unterhielt zwischen den beiden Weltkriegen einen Reitstall. Zum Gut gehörte auch eine Wassermühle.

Wie bei allen traditionell angeordneten Gutsanlagen liegt das Herrenhaus, das aus dem Jahr 1864 stammt, zwischen Wirtschaftshof und Park. An der Nordseite flankiert ein flach überdachter Aussichtsturm das auf einem rechteckigen Grundriss errichtete spätklassizistische Gebäude. Ein Mittelrisalit gliedert jeweils die Längsseiten des Hauses, dessen Obergeschoss niedriger als das Erdgeschoss ist. Über dem Haupteingang der Frontseite, zu dem eine breite Treppe führt, befindet sich ein von vier Säulen getragener Balkon. Die südliche Giebelseite schmückt ein polygonaler Standerker. An der Parkseite führt eine Treppe zu einer Terrasse. Der Natursteinsockel des hochangelegten Kellergeschosses ist um die Fenster herum mit Quaderputz gestaltet. Die Rundbögen der Fenster und Tür des Balkons finden sich an den Fenstern des Turms wieder.

Das Herrenhaus steht leer. Noch zeigt sich der Bau in recht gutem Zustand. Von den Außenwänden beginnen jedoch die Farbe abzublättern und der Putz zu bröckeln. Am Fuße des Turms wurde eine Garage angebaut. Die Originalfenster und -türen sind erhalten. Jedoch stehen einige Fenster offen, sodass Regen ungehindert eindringen kann. Die dekorativen klassizistischen Details wurden während einer Fassadensanierung des Hauses nach dem Zweiten Weltkrieg zerstört. Einzig am oberen Teil des Aussichtsturms finden sich noch originale Dekorelemente. Das Gelände um das Herrenhaus und der angrenzende Park mit seinem alten Baumbestand sind ungepflegt. Kleine Bäume und Sträucher wachsen nicht nur direkt am Gemäuer sondern auch auf dem Dach und dem Balkon. Der einstige Wirtschaftshof wird auch heute noch landwirtschaftlich genutzt. (Stand 8/2020)

11 km nördlich von Heilsberg (Lidzbark Warmiński)

13 km südlich von Landsberg (Górowo Iławeckie)

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