Neu Soldahnen (Nowe Sołdany)

Ehemaliger Landkreis: Angerburg – Heutiger Kreis (Powiat): Giżycko

‍Vorderfassade

Die Geschichte vom einstigen Gut Neu Soldahnen begann in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Am 7. November 1836 gab das „Amtsblatt der königlichen preußischen Regierung zu Gumbinnen, 1836, No. 47, Verordnung No. 271“ auf Seite 959 Folgendes bekannt:

„Neu entstandenes Etablissement. Auf der von der Dorfsflur Soldahnen, Kirchspiels Angerburg, separirten Besitzung des Gutsbesitzer Behr auf Klein Kosuchen, ist ein neues Etablissement entstanden, dem der Name Neu Soldahnen beigelegt worden ist.“

Der Gutshof war 1889 in Besitz einer Familie Gutzeit. 1921 gehörte das 248 Hektar große Anwesen Bernhard Kloevekorn. Ab 1932 befand es sich in den Händen von August Kriebel und seiner Familie. Sie züchteten vor allem Schweine und Rinder. Bis zur Flucht Anfang 1945 bewirtschaftete Hans-Georg Kriebel das Gut.

Das ehemalige Gutshaus ist ein auf rechteckigem Grundriss, im neoklassizistischen Stil errichteter Bau. Ein Krüppelwalmdach deckt das eingeschossige Gebäude. Zweigeschossige Mittelrisalite gliedern die Längsseiten des Hauses. In den Dreiecksgiebeln der Risalite sind halbrunde Fenster, an den Giebelseiten Viertelkreisfenster. Scheinarkaden sind dekorative Gestaltungselemente des Haupteingangsbereiches, zu dem eine Treppe mit massiver Brüstung führt. An der Parkseite befindet sich vor dem Risalit eine Veranda mit einem darüberliegenden Balkon.

Das Gutshaus wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts traditionell zwischen dem Wirtschaftshof und dem Gutspark, zu dem ein großer Teich gehörte, errichtet. Die aus Feldsteinen und Ziegelsteinen errichtete Scheune ist neben dem Wohnhaus das einzige Gebäude der Gutsanlage, das die Zeiten überstanden hat. Vom Park blieb nur ein Teil des alten Baumbestandes erhalten.

Das Gutshaus wird derzeit renoviert und ist bewohnt. (Stand 7/2025)


10 km nordöstlich von Lötzen (Giżycko)

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