Ehemaliger Landkreis: Lötzen – Heutiger Kreis (Powiat): Giżycko
Die Geschichte des einstigen Rittergutes Pammern begann im frühen 16. Jahrhundert. Das Gut wurde im Jahre 1526 am Nordufer des Pammer Sees (Jezioro Pamer) angelegt. Fast ein halbes Jahrhundert später, im Jahr 1564, verschrieb Herzog Albrecht von Preußen dem Freiherrn Wolf zu Heydeck das Erbamt Neuhoff, zu dem auch Pammern gehörte. Die Ländereien blieben bis Anfang des 18. Jahrhunderts im Besitz der Familie zu Heydeck.
Ab etwa 1830 befand sich das Anwesen für fast fünfzig Jahre in den Händen einer Familie Romeyke, die auch eine Brennerei betrieben. Der nachfolgende Eigentümer Eduard Goldenstedt besaß das Gut bis in das zwanzigste Jahrhundert. Zu dieser Zeit war das Ziegeleivorwerk Talken Teil des 520 Hektar großen Anwesens. Es wurden Vieh- und Schweinezucht sowie eine Molkerei betrieben. Gustav Duncker hielt 1921 ebenfalls Rinder und Schweine aber auch eine Herde Schafe und 40 Pferde auf dem Gut. In den 1920er Jahren Eigentum der Familie Kamradt, gehörte Pammern 1932 dem Dipl. Landwirt Dr. Hermann Schmidt. Mit 432 Hektar war das Gut nun kleiner als zuvor, vermutlich wurde das Vorwerk zwischenzeitlich ausgegliedert. Bis 1945 soll ein Königsberger das Anwesen als Sommersitz genutzt haben. Ob es sich dabei eventuell um den Herrn Schmidt handelte, ist nicht zu erfahren.
Das einstige Herrenhaus, das auf einem Natursteinsockel ruht, wurde auf einem rechtwinkligen Grundriss errichtet. Ein Satteldach deckt das eingeschossige, hochunterkellerte Gebäude. Nach einem folgenschweren Brand in den 1930er Jahren wurde das Haus wieder aufgebaut jedoch nicht originalgetreu.
Das Herrenhaus wurde in den letzten Jahren renoviert. An der Vorderfassade führt eine breite Treppe zur großen Terrasse vor dem Haupteingang. Dekorative architektonische Elemente sind die halbrunden Fenster über dem Eingangsbereich, das schmiedeeiserne Geländer und die verglaste Überdachung. Während Quaderputz die Vorderfassade ziert, sind die restlichen Fassaden eher schlicht gestaltet. An der nördlichen Giebelseite befindet sich ein Anbau mit flachem Satteldach. An der Parkseite befindet sich ein Balkon über dem Vorbau, von dem aus zwei seitliche Treppen hinab in den Park führen.
Eine große Auffahrt führt zum Wohngebäude. Der Wirtschaftshof und der Gutspark, der sich bis zum See hinuntererstreckt, wurden Mitte des 19. Jahrhunderts angelegt.
Die gesamte Gutsanlage befindet sich in Privatbesitz und wird weiterhin landwirtschaftlich genutzt. Das ehemalige Herrenhaus ist bewohnt. (7/2026)
22 km südöstlich von Lötzen (Giżycko)
32 km nordwestlich von Lyck (Ełk)