REICHENAU (RYCHNOWO)

Ehemaliger Landkreis: Osterode – Heutiger Kreis (Powiat): Ostróda

‍Vorderfassade

Die Gründung des einstigen Rittergutes Reichenau erfolgte im Jahr 1335. Im Verlauf  der Jahrhunderte wechselten mehrfach die Eigentümer. Um 1900 gehörten 800 Hektar Land zum Gut, das damals auch eine Brennerei betrieb. Der Wirtschaftshof wurde zu dieser Zeit ausgesondert und umgebaut. Ende der 1920er Jahre musste das Gut aus wirtschaftlicher Not verkauft werden. Ein großer Teil der landwirtschaftlichen Flächen wurde aufgesiedelt. Zum Restgut gehörten nur noch 50 Hektar Land.

Das ursprüngliche Herrenhaus stammt aus dem 18. Jahrhundert. Um 1900 wurde unter Verwendung von Teilen des alten Gemäuers ein neues Haus errichtet. Es wurde hochunterkellert auf rechteckigem Grundriss mit symmetrisch vortretenden zweigeschossigen Seitenrisaliten erbaut. Der Sockel besteht aus Natur- und Klinkersteinen. An der Vorderfassade befindet sich ein flacher Mittelrisalit mit ovalem Giebel. Eine breite Treppe führt zum Haupteingang. Vor dem Mittelrisalit der Gartenseite liegt eine große überdachte Veranda, von der aus eine doppelläufige Steintreppe in den Garten führt. An der südlichen Giebelseite erhebt sich ein Turm mit geschwungener Haube. Quaderungen an den Risaliten und verschiedene Dekorelemente schmücken den Bau.

Das Herrenhaus wurde vor Jahren renoviert. Jedoch bröckelt an einigen Stellen der Putz von den Außenwänden, die Farbe blättert von Fassade und dem gestrichenen Blechdach. Wasserschäden sind sichtbar.

Das Herrenhaus dient seit vielen Jahren Nonnen des Ordens der Theresianerinnen als Kloster. Diese pflegen den Gutspark beziehungsweise lassen ihn pflegen.

 

Auf einer kleinen Anhöhe des Parks steht eine achteckige Holzkirche mit angebauter Vorhalle und Sakristei aus dem Jahre 1713. Ihr Innenraum ist mit kunstvoller Malerei versehen. Der freistehende Glockenturm könnte sogar noch etwas älter sein.

Eine Nachbildung der Kirche befindet sich seit 1940 im Freilichtmuseum für volkstümliche Baukunst Hohenstein (Muzeum Budownictwa Ludowego Olsztynek). Diese Holzkirche wurde ursprünglich zwischen 1910 und 1913 für das damals noch in Königsberg (Kaliningrad) beheimatete Museum angefertigt.


Letzter Besitzer vor 1945: Aufsiedlung Ende der 1920er Jahre / Restgut: Robert Thomasius

17 km südöstlich von Osterode (Ostróda)

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