Rogainen (Rogajny)

Ehemaliger Landkreis: Goldap – Heutiger Kreis (Powiat): Gołdap

‍Gartenseite

Die Anfänge des Rittergutes Rogainen reichen bis in die Mitte des 16. Jahrhunderts zurück, als Fürst Albrecht von Hohenzollern 1555 einem Dietrich (von) Packmor die Ländereien verschrieb. Über die Geschichte des Gutes und seiner Besitzer in der Folgezeit ist wenig bekannt.

1795 kaufte General Friedrich Corvin von Wiersbitzki das Anwesen Rogainen für seine Tochter Friederike, die mit einem Oberstleutnant von Glasenapp verheiratet war. Später geriet das Gut eine Zeit lang in Verschuldung. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war das 577 Hektar große Anwesen im Besitz der Familie Dannenberg. 1879 betrieb August Dannenberg eine Dampfbrennerei, eine Ziegelei sowie eine Schäferei und züchtete Rinder. Noch 1906 besaß er Rogainen.

Im 19. Jahrhundert gehörte Gut Katharinenhof (Catharinenhof) zu den Ländereien Rogainens, wurde aber Anfang des 20. Jahrhunderts samt der Ziegelei ausgegliedert. Im Jahr 1921, in Besitz eines Herrn G. Methner, wurden dort drei Millionen Ziegel produziert.

Im selben Jahr züchteten die Eigentümer des nun 330 Hektar großen Gutes Rogainen, die Familien Tolkmitt und Knorr, vor allem Rinder und Schweine. Unter August Knorr, der bis mindestens 1938 das Anwesen sein Eigen nannte, war die Brennerei in Betrieb.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde das zweigeschossige Herrenhaus des ehemaligen Rittergutes Rogainen auf L-förmigem Grundriss erbaut. Satteldächer decken das Gebäude, dessen Fassaden schlichtes Dekor ziert.

Nach 1945 übernahm ein staatlicher Landwirtschaftsbetrieb das Gut. Im Herrenhaus wurden Wohnungen eingerichtet.

Östlich vom Haus befindet sich der Wirtschaftshof, westlich erstreckt sich der alte Park.

Die einstige Gutsanlage macht einen recht gepflegten Eindruck. Besonders die 1867 aus Ziegel- und Natursteinen errichtete Gutskapelle, die von Wirtschaftsgebäuden umbaut wurde und deshalb in ihrer Funktion nicht sofort erkennbar ist, fällt dabei ins Auge.

Heute leben Familien der Mitarbeiter des ehemaligen Staatsgutes im renovierten Herrenhaus. (Stand 7/2018)


Letzter Besitzer vor 1945: Familie Knorr


16 km östlich von Goldap (Gołdap)

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