Ehemaliger Landkreis: Ortelsburg – Heutiger Kreis (Powiat): Olsztyn
Borken und Parlösen wurde im Jahre 1374 auch das Gut Saadau dem Ritter Menzel von Wildenau zu Lehnsrechten verschrieben. Ihm folgten Philipp von Wildenau und nach seinem Tod dessen Nachkommen als Besitzer der Ländereien. Diese gingen 1560 an Andreas Jonas, Amtsschreiber in Seehesten, über. 1609 wurde Albrecht, Botho und Hermann von Eylenburg das Anwesen nach Kulmer Recht verschrieben. Jonas Casimir von Eylenburg verkaufte 1641 den Güterkomplex. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts war Rittmeister Friedrich Ernst von Gottberg, der um 1700 auf Saadau verstarb, unter anderem im Besitz des Gutes. Sein Sohn Friedrich Ernst, Königlich Preußischer Kapitän, wurde im Jahre 1679 dort geboren und war noch 1713 Eigentümer. Um 1748 gelangte Saadau in die Hände des Joachim Erdmann von der Groeben, 1778 übernahm Johann Ernst von Kurowski das Anwesen. 1804 erwarb Landrat Wilhelm von Berg neben den Gütern Parlösen, Borken, Wolka, Klein Borken und Dombrowken auch Saadau. Von einem Verkauf aus dem Jahr 1838 berichtet das Ortelsburger Lehnbuch. "Das Gut Saadau nebst dem Vorwerk Dombrowken, den Waldrevieren Kosarken, Dombrowken und dem sogenannten Hegewalde, zusammen 36 Hufen 16 Morgen 221 Ruten, und dem Anteile an dem sogenannten Saadebruch ist an den Gutsbesitzer Emil Garzke für 14 325 Taler in Pfandbriefen verkauft." Der Großgrundbesitz wurde kurze Zeit später veräußert und Saadau laut Erlass vom 4. Februar 1841 wie die anderen Güter eigenständige Rittergüter. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts befand sich das etwa 350 Hektar große Gut im Besitz der Familie Laue, die Pferde- und Rinderzucht sowie eine Schäferei betrieben. In den 1890er Jahren war ein Herr Salewski Eigentümer. Ihm folgte Anfang des 20. Jahrhunderts Otto Doerk (Dörk), der Pferde und Holländer Vieh züchtete. 1921 besaß Aloys Klafki den nun 120 Hektar großen Hof. Er hielt 11 Pferde, 35 Rinder, 20 Schweine, 15 Schafe. Ihm gehörte auch eine Getreidemühle. Die Ostpreußische Bau- und Siedlungsgesellschaft erwarb 1931 Gut Saadau. Es wurde aufgesiedelt, damit entstanden 28 Kleinbauernhöfe.
Das Gutshaus, von dem es keine Fotografie oder Beschreibung gibt, überlebte die Zeiten nicht.
Gebäude des Wirtschaftshofes werden noch heute landwirtschaftlich genutzt. Teilweise wurden sie auch zu Wohnzwecken umgebaut. Einige Bäume des alten Bestandes des im 19. Jahrhundert angelegten Parks blieben erhalten.
Ich widme diese Beschreibung meiner Schwiegermutti Brigitte. Einen der durch die Parzellierung des Gutes entstandenen Kleinbauernhöfe erwarb damals ihr Onkel Franz Riepert. Sie verbrachte als kleines Mädchen dort ein halbes Jahr und erinnert sich noch heute an die für sie damals unbeschwerte Zeit. (Stand 7/2024)
11 km östlich von Bischofsburg (Biskupiec)