Ehemaliger Landkreis: Angerburg – Heutiger Kreis (Powiat): Węgorzewo
Nördlich vom Groß Strengelner See (Jezioro Stręgiel) liegt das einstige Gut Steinhof, dessen Geschichte eng mit dem Dorf Groß Strengel verbunden war und im frühen 16. Jahrhundert begann. In einer im Jahre 1529 vom Herzog Albrecht ausgestellten Gründungsurkunde verlieh er den Bewohnern von Groß Strengel Ländereien und verfügte, dass „…der Schulze Mathes nebst seinen ehelichen Leibeserben und Nachkömmlingen drei Huben frei von Zins haben und gebrauchen sollen…“. Dieser Erbschulz Jakob Mathes wurde zum ersten Besitzer des Gutes, das in den folgenden fast vierhundert Jahren in den Händen der Familie Mathiszig (zuvor Mathis) blieb. Am 15. Januar 1861 erhielt der bis dahin „Abbau Mathiszig“ benannte Hof auf Antrag der damaligen Gutsbesitzerwitwe den neuen Namen „Steinhof“. Zu dieser Zeit war das Anwesen fast eintausend Morgen groß.
Der Familie Mathiszig folgten weitere Eigentümer. So war das 335 Hektar große Gut im Besitz von Otto Born, der im Jahr 1921 eine große Schafherde, jeweils 50 Pferde und Schweine sowie 150 Rinder hielt. Ihm folgte Franz Joeschke. Ende 1940 erwarben Ernst Perkiewicz und sein Bruder das Gut. Durch ihre Groß- und Berufsimkerei mit über 200 Völkern auf dem Anwesen wurde Steinhof zum „Bienengut“. Die Familie führte einen Saatgutbetrieb, züchteten Pferde, Schweine und Geflügel. Erfolgreich bewirtschaftete sie ihr Gut bis zur Flucht im Herbst 1944.
Das ehemalige, als Kniestockhaus erbaute eingeschossige Gutshaus stammt aus der Zeit um 1900. An beiden Längsseiten des Hauses befindet sich ein zweigeschossiger, breiter, vortretender Mittelrisalit mit hohem Dreiecksgiebel. Ein polygonaler Anbau schmückt eine Giebelseite. Ein Walmdach deckt den Bau.
Im Laufe der Zeit erhielt das Gebäude ein Wellblechdach. Die Fassaden weisen einige Schäden auf. Zum Großteil erfolgte der Einbau einfacher Kunststofffenster. Beim Austausch der Erdgeschossfenster des Risalits wurde darauf geachtet, diese der ungewöhnlichen Form anzupassen und die Schnitzereien zu erhalten. Die zweiflügelige Eingangstür mit dekorativem Rahmen ist noch das Original.
Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm ein staatlicher Landwirtschaftsbetrieb das Anwesen.
Das alte Gutshaus ist Privatbesitz. Wirtschaftsgebäude und Park blieben erhalten. (Stand 7/2018)
„Das Ostpreußenblatt“ berichtete über die Geschichte von Gut Steinhof und der Familie Mathiszig am 12. Juni 1954 (Seite 10), von der Familie Perkiewitz und ihrem „Bienengut“ am 10. Juli 1954 (Seite 12).
Letzter Besitzer vor 1945: Familie Perkiewitz
7 km östlich von Angerburg (Węgorzewo)