Teistimmen (Tejstymy)

Ehemaliger Landkreis: Rößel – Heutiger Kreis (Powiat): Olsztyn

‍Vorderfassade

Im Jahre 1357 fand das einstige Rittergut Teistimmen erstmals urkundlich Erwähnung. Über die Geschichte der darauf folgenden zwei Jahrhunderte ist nichts bekannt. Am 28. November 1565 verlieh Bischof Stanislaus Hosius dem Georg von Schedlin, Burggraf von Rößel, Teistimmen als adliges Lehnsgut zu Kulmischem Recht, zwei Jahre später auch noch die nahegelegene Ludwigsmühle. Das Gut war fast einhundert Jahre Eigentum der Familie, bevor Christoph von Schedlin aufgrund finanzieller Schwierigkeiten das Anwesen 1670 an Albrecht Ludwig von Zeiguth-Stanisławski verkaufte. In der folgenden Zeit wechselten noch einmal die Eigentümer. Hofrath Dr. August (von) Schleußner kaufte 1821 das Gut von den Carnevallyschen Erben. 1922 gehörten Ludwigsmühle und das um 1900 als Vorwerk gegründete Augustwalde zum über 1000 Hektar großen Besitz. August von Schleußner, ein Nachfahre des Arztes, war Vorsitzender des Ausschusses für Pferdezucht und hielt 1932 neben seinen 80 Pferden auch 240 Rinder, 50 Schafe und 160 Schweine. Bis zu ihrer Flucht im Jahre 1945 blieb das Anwesen in den Händen der Familie von Schleußner.

Das ehemalige Gutshaus ist ein Anfang des 19. Jahrhunderts errichteter eingeschossiger Bau, der zum Ende desselben Jahrhunderts um ein zweigeschossiges Haus längs einer Giebelseite erweitert wurde. Große Fledermausluken gliedern die Dachfläche des alten Gebäudeteils, an dessen Vorderfront sich vor dem Eingang ein hölzerner Vorbau befindet. Der Sockel des Hauses besteht aus Natursteinen. Einfache Dekorelemente an den Fenstern und die Lisenen an den Hausecken zieren die Fassade. Ein Mittelrisalit gliedert die Frontseite des angebauten Hauses.

Das Gutshaus bildet den Mittelpunkt der ehemaligen Gutsanlage Teistimmen und ist umgeben von Wirtschaftsgebäuden und dem kleinen Park. Neben den recht großen Stallungen und dem Speicher hat sich eine Darre zum Trocknen von Pflanzen erhalten. Der alte Familienfriedhof liegt unweit des Gutes.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde auf dem Gut ein staatlicher Landwirtschaftsbetrieb eingerichtet.

Im Gutshaus entstanden Büros für die Verwaltung und Wohnungen für die Angestellten.

Die einstige Gutsanlage befindet sich seit 1996 im Privatbesitz und wurde aufwendig wiederhergerichtet. Sie wird weiterhin von einem Landwirtschaftsbetrieb genutzt. Das Gutshaus wurde Ende der 1990er Jahre umfassend saniert.

Eine massive Natursteinmauer umfasst das Gelände und die wunderschön gestaltete Toreinfahrt zum Wirtschaftshof. Rundbogene Öffnungen im Mauerwerk geben Blicke auf den Park frei.

Etwa einen Kilometer westlich von Teistimmen befand sich das am nördlichen Seeufer des Teistimmer See gelegene Vorwerk Ludwigsmühle (Mlyńczysko). Der kleine Gutsort, dessen Gründungsdatum unbekannt ist, trug vor 1785 den Namen Mühlchen. Heute erinnern nur noch einzelne Mauersteine und Bruchstücken von Ziegeln auf einem Feld an den einstigen Standort. (Stand 7/2026)


Letzter Besitzer vor 1945: August von Schleußner


16 km nördlich von Bischofsburg (Biskupiec)

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