TOLKS (TOLKO)

Ehemaliger Landkreis: Bartenstein – Heutiger Kreis (Powiat): Bartoszyce

‍Vorderfassade

Das im 14. Jahrhundert gegründete Rittergut Tolks ging Mitte des 16. Jahrhunderts in das Eigentum der Familie von Tettau über und blieb bis 1945 in deren Besitz. In den 1920er Jahren umfasste das Anwesen eine Fläche von über 1300 Hektar und war damit eines der größten im Landkreis Bartenstein. Mehrere Vorwerke und eine Ziegelei gehörten zum Gut. Berühmt war Tolks für seine Pferdezucht.

Das auf einer Anhöhe errichtete, von einem Landschaftspark und mehreren Teichen umgebene Herrenhaus bildete den Mittelpunkt der Gutsanlage. Der einstige Wirtschaftsbereich mit den großen Wirtschaftsgebäuden und Ställen befand sich südwestlich des Hauses. Dieser Teil des Guts existiert nicht mehr.

Zum Bau des Ende des 17. Jahrhunderts im Barockstil errichteten zweigeschossigen Herrenhauses wurden teilweise Mauern und Fundamente eines über einhundert Jahre älteren Bauwerks verwendet. Zwei große, symmetrisch angeordnete Risalite mit Volutengiebeln gliedern die Frontseite des mit einem hohen Walmdach gedeckten Gebäudes. Über eine Terrasse mit halbovalen Treppen geht es in den Garten. Eine offene hölzerne Veranda wurde später hinzugefügt. Im 19. Jahrhundert modernisierte man das Haus. Aus dieser Zeit stammen der eingeschossige Anbau an der östlichen Giebelwand und die große Terrasse. Über der Haupteingangstür befindet sich eine Steinkartusche mit einem Familienwappen.

Ein nach 1945 gegründetes staatliches landwirtschaftliches Gut brachte im Herrenhaus Büros und Wohnungen für die Angestellten unter. Nicht renoviert, begann der Bau zu verfallen. Unter Anleitung des Staatlichen Betriebs der Werkstätten für Denkmalpflege in Allenstein fand von 1983 bis 1988 die vollständige Renovierung des Gebäudes statt. Das seit 1996 im Privatbesitz befindliche Herrenhaus scheint unbewohnt zu sein. Am Haus zeigen sich erste Putzschäden, die Fassadenfarbe ist verblasst. Vereinzelt fehlen Dachziegel. Von Türen und Fensterrahmen blättert die Farbe. Das Gelände um das Herrenhaus ist ungepflegt, Unkraut wuchert.

Der Familienfriedhof im nördlichen Teil des Parks ist zerstört. Einzig der erhalten gebliebene Grabstein des Hugo Freiherr von Tettau (1816–1903) und seiner Gattin Elise, geb. Gräfin Schlieben (1828–1908) erinnert an die ehemalige Begräbnisstätte der Familie. (Stand 8/2020)

8 km westlich von Bartenstein (Bartoszyce)

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