WEHLACK (SKIERKI)

Ehemaliger Landkreis: Rastenburg – Heutiger Kreis (Powiat): Kętrzyn

‍Vorderfassade mit Auffahrt

Bis ins frühe 15. Jahrhundert reicht die Geschichte des Dorfes und vermutlich auch des einstigen Rittergutes Wehlack zurück. Über die Jahrhunderte wechselten mehrfach die Eigentümer, unter denen auch adlige Familien waren. Das in den 1890igern in den Besitz der Familie von Schwerin-Wolfshagen gelangte Gut wurde zusammen mit dem dazugehörigen Vorwerk Maraunen (Moruny) verpachtet.

Zum Anwesen gehörte neben einer Molkerei und der Ziegelei des Vorwerks auch die im Jahre 1847 auf einem achteckigen Grundriss errichtete, hölzerne Holländerwindmühle, die wohl die erste dieser Art in Masuren war. Bis 1945 wurden überwiegend Zuckerrüben, Weizen und Wintergerste angebaut sowie Remonte- und Viehzucht betrieben.  

Das ehemalige Herrenhaus entstand um 1900. Der hochunterkellerte, eingeschossige Bau ist auf rechteckigem Grundriss erbaut. Die Achse der Vorderfassade nimmt ein stark vortretender zweigeschossiger Risalit ein, zu dessen im Parterregeschoss liegender, verglaster Veranda eine doppelläufige Treppe führt. Den Risalit deckt ein Krüppelwalmdach, auf dem eine Turmspitze thront. Eine Gaube, die ein Zeltdach mit Turmspitze trägt, schmückt die Gartenseite. Die beiden von einer Attika bekrönten Anbauten an den Giebelseiten sind symmetrisch angeordnet. Architekturdetails zieren die Fassade. 

Das Haus zeigt sich äußerlich in recht gutem Zustand. Das Satteldach ist mit alten Ziegeln eingedeckt. Die Fassade erhielt teilweise einen Farbanstrich. Die originalen Fenster sind nicht mehr vorhanden, die kleinen Fensteröffnungen im Kniestockbereich zugemauert. Die Verglasung der Veranda im Eingangsbereich und Teile des schmiedeeisernen Treppengeländers sind im Original erhalten geblieben. 

Auf dem Gutsgelände stehen noch einige der alten Wirtschaftsgebäude. Auch ein Teil des Parks hat die Zeit überdauert, jedoch nicht der große Teich, der sich ursprünglich auf der Gartenseite direkt vor dem Herrenhaus befand. 

Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzte ein staatseigener Landwirtschaftsbetrieb das Gutsgelände. Im Herrenhaus entstanden Büros und Wohnungen für die Familien der Angestellten. 

Derzeit befindet sich das Gut in Privatbesitz. (Stand 8/2020)


Letzter Besitzer vor 1945: Alexander Graf von Schwerin-Wolfshagen (Pächter: Heinrich Hilgendorff)

9 km nördlich von Rastenburg (Kętrzyn)

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