Wilhelmssorge ()

Ehemaliger Landkreis: Gerdauen – Heutiger Kreis (Powiat):

‍Vorderfassade

Nur wenige hundert Meter nördlich der polnisch-russischen Grenze befindet sich in der heutigen russischen Exklave Kaliningrad das ehemalige Gut Wilhelmssorge.

Anfang der 1820er Jahre gründete Gustav von Saucken Wilhelmssorge als Vorwerk seines Rittergutes Raudischken. Mit dem Verkauf an Gustav Töpfer wurde das Anwesen wenige Jahre später ein eigenständiges Gut. Dessen Größe betrug im Jahr 1871 etwa 440 Hektar. Bis zum Ende des 19. Jahrhundert blieb das Rittergut in den Händen der Familie Töpfer. Nachfolgender Eigentümer war ein Herr Hermann. Ab circa 1909 befand sich Wilhelmssorge für die folgenden zwanzig Jahre im Besitz von Erich Schulz. Er beschäftigte sich neben der Zucht von Rindern und Schweinen vor allem mit der Remontezucht. So hielt er 1922 auf dem damals 460 Hektar großen Gut 200 Pferde, 120 Rinder und 200 Schweine. Infolge der Ende der 1920er Jahre herrschenden Wirtschaftskrise verkaufte Erich Schulz seine Ländereien zur Aufsiedlung. Das Gut wurde parzelliert. Das Gutshaus erwarb die Kaufmannsfamilie Hentschel aus Heydekrug. Walter und Anna Hentschel vermieteten das Gebäude an den Staat, der in der zweiten Hälfte der 1930er Jahre dort ein Landjahrlager einrichten ließ.

Das ehemalige Gutshaus ließ die Familie Töpfer Mitte des 19. Jahrhunderts errichten. Das eingeschossige Gebäude wurde auf rechteckigem Grundriss errichtet. Den Bau deckt ein Satteldach mit Schleppgauben. Ein zweigeschossiger Mittelrisalit mit Dreiecksgiebel gliedert die Vorderfassade. Die beiden Segmentbogenfenster und die Segmentbogentür sind dekorative Gestaltungselemente des Haupteingangsbereiches. Eine seitlich versetzte Treppe führt auf die große Terrasse, die sich vor dem Risalit befindet. Klassizistische Architekturdetails schmücken die Fassaden.

Nach 1945 diente das Gutshaus Soldaten der sowjetischen/russischen Grenztruppen als Unterkunft.

Vom einstigen Gut, das heute den Namen Гаrшино (Garschino) trägt, blieb neben Überresten einzelner Gebäude das sanierungsbedürftige Gutshaus erhalten.


Letzter Besitzer vor 1945: Familie Hentschel

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