WINDTKEIM (WINDYKAJMY)

Ehemaliger Landkreis: Rastenburg – Heutiger Kreis (Powiat): Kętrzyn

‍Vorderfassade

Das einstige kleine Gut Windtkeim wurde an einem Ort angelegt, der erstmals im Jahre 1444 Erwähnung fand. Ab dem 16. Jahrhundert wechselten öfters die Eigentümer des Anwesens. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts befand sich das Gut im Besitz eines Generals von Tettenborn, der das Gutshaus errichten ließ. Ein nachfolgender Besitzer nahm 1850 Umbauten am Haus vor. Der letzte Gutseigentümer vor 1945 züchtete neben den zum Verkauf vorgesehenen Jungrindern auch Arbeitspferde, deren Zucht bekanntermaßen in Ostpreußen von Bedeutung war. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand hier ein staatseigener Landwirtschaftsbetrieb. Das Gutshaus wurde zu Wohnzwecken für mehrere Familien umgebaut.

Die Anlage ist typisch angeordnet mit dem Gutshaus als Zentralpunkt zwischen dem Wirtschaftshof und dem Park.

Das ehemalige Gutshaus wurde auf einer Anhöhe mit hohem, aus Natur- und Ziegelsteinen errichtetem Kellergeschoss gebaut. Es ist ein eingeschossiger rechteckiger Bau mit einem Wohnbereich unter dem Mansardendach. Der Haupteingang ist an der Hofseite des Hauses, davor befand sich einst die Auffahrt. Eine eindrucksvolle Treppe mit treppenförmiger Brüstung führt zur hochgelegenen Veranda, deren Dach von dekorativen Holzpfosten getragen wird. Über der Tür der Parkseite befindet sich in einer Kartusche das Jahr 1768, was auf das Baujahr des im Barockstil erbauten Hauses verweist. Fotos aus den 1930iger zeigen eine der Tür vorgelagerten Holzterrasse mit Treppe, von der es aus in den Garten ging. Heute befindet sich hier eine steinerne Treppe.

Der Bauzustand des leerstehenden Hauses ist nicht besonders. Quaderputz zierte einst die Fassade. Neben dem Putz fehlen Dachziegel und die Dachentwässerung, sodass Feuchtigkeit in das Mauerwerk dringt. Fenster- und Türöffnungen sind größtenteils mit Brettern gesichert. Bei den vorhandenen Fenstern fehlen Scheiben.

Die auf dem Wirtschaftshof noch vorhandenen Gebäude werden weiterhin genutzt. Ein Teil des alten Baumbestandes des Parks blieb erhalten.

Das Gutshaus befindet sich heute in Privatbesitz. (Stand 8/2021)


Letzter Besitzer vor 1945: Julius Kisker

4 km südlich von Rastenburg (Kętrzyn)

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