Zanderborken (Borki Sędrowskie)

Ehemaliger Landkreis: Bartenstein – Heutiger Kreis (Powiat): Bartoszyce

‍Ansicht von Südwest

Über den Beginn der Geschichte des einstigen Ritterguts Zanderborken ist nichts bekannt. Jedoch findet der Name Erwähnung bei den Begüterungen der Familie Lesgewang. In deren Besitz war das Gut noch im Jahre 1727. Um 1820 befand es sich in den Händen der Familie von Straelau (Strählau). August Susemihl, Eigentümer des etwa 230 Hektar großen Anwesens in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, züchtete vor allem Schafe. Im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts hielt auch der nachfolgende Gutsbesitzer Rohde 230 Schafe. Neben diesen Tieren gab es 1909 auch 85 Rinder, 23 Pferde und 24 Schweine. Seine Tochter Marie schaffte es mit einer Heldentat sogar in das Heft „Schlesischer Bauer“ (Nr. 28) vom 22. Juli 1906. Die Elfjährige rettete kurz zuvor drei Schwestern vor dem Ertrinken in einem Teich nahe Zanderborken. Anfang der 1920er Jahre war das Gut Eigentum von Anton Brieskorn. Er betrieb neben der Viehzucht auch eine Meierei. Der Tierbestand von 120 Rindern, 100 Schweinen und 45 Pferden im Jahr 1932 entsprach etwa dem zehn Jahre zuvor. Anton Brieskorn wurde im Februar 1945 von Soldaten der Sowjetarmee verschleppt und verstarb dabei.

Das Gutshaus ist ein eingeschossiger Bau mit einem breiten, zweigeschossigen Mittelrisalit an der Vorderfassade. Das mit einem Satteldach gedeckte Haus wurde auf rechteckigem Grundriss und einem Wohnbereich unter dem hohen Dach errichtet. Pilaster an den Hausecken und einfache Dekorelemente schmückten einst die Fassaden.

Heute steht das Gebäude auf verwildertem Gelände und ist dem Verfall preisgegeben. Teile der Fassaden und des Daches sind bereits eingestürzt. Bäume und Sträucher erobern das Mauerwerk. Im ehemaligen Gutspark überlebten beeindruckend große, alte Bäume die Zeiten. (Stand 4/2025)


Letzter Besitzer vor 1945: Hedwig Brieskorn


14 km südlich von Bartenstein (Bartoszyce)

3 km südöstlich von Gallingen (Galiny)

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